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Liquid Death verlost ein Militärflugzeug. Was selbst bei einer Marke mit dem Wort "Tod" im Namen ein bedenkliches Zeichen setzt.

22.05.2024

Es klingt wie ein makabrer Scherz, ist aber lediglich der nächste Schritt des morbiden Schweizer Quellwassers, die Grenzen des Marketings auszutesten. Diesmal hält man es für einen gelungenen Gag, einen Aero L-39C Albatros zu verlosen. Mit gültiger Flugzulassung der FAA, aber ohne Piloten.

Der bis heute produzierte zweisitzige Jet aus tschechoslowakischer Produktion wird weltweit von vielen Luftstreitkräften als wendiges Schulungsflugzeug eingesetzt und eignet sich auch als leichtes Angriffsflugzeug für Luft-Boden-Kampfeinsätze oder als taktischer Aufklärer. Mit Abstand größter Kunde ist Russland, außerdem flogen die Maschinen laut Wikipedia unter anderem bei den Luftwaffen von Afghanistan, Irak, Jemen, Kuba, Libyen, Syrien und Belarus. Angeblich besitzt sogar Nordkorea 12 Maschinen dieses Typs. Wer sich in diese illustre Riege einreihen möchte, kann an dem Preisausschreiben von Liquid Death teilnehmen und eine Maschine gewinnen, die sogar mit einem Dosenhalter ausgestattet ist. Allerdings weist Liquid Death in den Teilnahmebedingungen darauf hin, dass der Jet gebraucht ist. Seinen Wert beziffert die Wassermarke mit $ 437.000.

Einen marginalen Haken gibt es allerdings: Der Jet kann zunächst 6 Monate lang in einem Hangar am Quincy Regional Airport in der Nähe von Rockport, Illinois stehen, danach muss die Gewinnerin oder der Gewinner den Preis abholen. Vorher muss man sich einem umfassenden "Background Check" unterziehen und schriftlich versichern "that a pilot’s license is required to operate the Jet". Die gute Nachricht: Wer zuhause keinen Platz oder keine Pilotenlizenz für Jets hat, kann sich alternativ $ 250.000 auszahlen lassen. Damit erspart man sich auch die Registrierung bei der FAA Civil Aviation Registry, die man selber übernehmen müsste.

Übrigens, auch die süffisante Anspielung auf eine schiefgelaufene Promotion von Pepsi in den 90ern mit anschließender juristischer Auseinandersetzung macht die makabre Idee, ein Militärgerät zu verlosen, nicht wirklich lustiger.