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Election Change the Ref

Bedrückender Apell: McCann Health lässt mit der Deepfake Technology das Opfer eines Schulmassakers sprechen.

03.10.2020

Schärfere Waffenkontrollen sind ein trauriges Dauerthema in einem Land, in dem jeden Tag Menschen bei Schießereien, Amokläufen und Massakern sterben. Um die Wähler eindringlich zu ermahnen, am 3. November für eine Politik zu stimmen, die den privaten Waffenbesitz stärker reguliert, hat McCann Health zu einem drastischen Mittel gegriffen. Mit Hilfe der AI-gestützten Deepfake Technology hat Lightfarm den 17-jährigen Joaquin Oliver wieder aufleben lassen, der am 14. Februar 2018 beim Amoklauf an seiner Schule in Parkland, Florida gestorben ist. Insgesamt erschoss der 19-jährige Täter 14 Schüler und 3 Erwachsene.

 

Deepfake ermöglicht es, dass er sich mit einem letzten Appell an uns wenden kann: "The election in November is the first one I could have voted in, but I’ll never get to choose the kind of world I wanted to live in, so you’ve got to replace my vote. ... Vote for politicians who care more about people’s lives than the gun lobby’s money. Vote for people not getting shot, bro. Vote for me, because I can’t. We’ve got to keep on fighting and we’ve got to end this." Die Eltern von Joaquin haben die Non-Profit Initiative "Change the Ref" gegründet, die hinter diesem Spot steht.

 

Bisher wurde Deepfake meist eingesetzt, um Prominente auftreten zu lassen. Dafür steht umfangreiches Bild- und Videomaterial zur Verfügung, das die betreffende Person in unterschiedlichsten Situationen zeigt und aus dem sich die neue Darstellung generieren lässt. Bei Joaquin Oliver konnten die Lightfarm Studios nur auf einige weniges Fotos zurückgreifen, umso beeindruckender - und zugleich bedrückender - ist das Ergebnis. Gerade deshalb muss dringend eine ethische Diskussion darüber geführt werden, zu welchem Zweck es vertretbar ist, Verstorbene für bestimmte Zwecke zu instrumentalisieren. Schließlich birgt die Technologie die Gefahr, dass man Prominenten im Nachhinein Sätze in den Mund legt, die sie nie gesagt haben und aus ihrer Überzeugung heraus vielleicht auch nie gesagt hätten.

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