
Sydney Sweeney zieht sich diesmal für Sportwetten-Anbieter Novig aus.
10.09.2026
Zu den verlässlich wiederkehrenden Ereignissen zählen neben den Jahreszeiten und den Provokationen von Donald Trump seit einiger Zeit provokante Auftritt von Schauspielerin Sydney Sweeney. Wahlweise für ihre eigene Modemarke Syrn oder für einen ihrer Werbepartner. Eins ist dabei in jedem Fall sicher: Sie erregt viel mediale Aufmerksamkeit.
Neuestes Beispiel für das Sweeney-Konzept ist die erste nationale Kampagne für die am 4. August gestartete Sportwetten-App Novig, einem neuen Mitspieler im umstrittenen Prediction Market. Die umtriebige Schauspielerin ist dabei nicht nur Markenbotschafterin, sie fungiert auch als strategische Partnerin und ist Anteilseignerin. Ein Konzept, das 2022 beim Engagement einiger Prominenter bei Krypto-Handelsplattformen eher unerfreulich geendet hat
Die erfrischende Selbstironie, die Sydney Sweeney schon bei ihren viel beachteten Auftritten für die Jeans von American Eagle gezeigt hat, darf auch diesmal nicht fehlen: "You can't trade this. I just look good here."
Am Ende versucht das Startup, sich von den viel kritisierten Plattformen wie Kalshi oder Polymarket abzugrenzen, indem man versichert, sich ganz auf Sportwetten zu konzentrieren: "No betting on wars or deaths and no politics. Just you, your takes and sports."
In einem Interview zu ihren neuesten Marketing-Aktivitäten sagte Sydney Sweeney übrigens "I don’t like to just put my face on something", was den Spot zumindest teilweise erklärt.
Die zu erwartende Kritik kommt umgehend.
Man kann der ersten Kampagne des neuen Sportwetten-Anbieters Novig sicherlich vieles vorwerfen. Etwa dass sie längst überwunden geglaubte Klischees bedient, dass sie ein umstrittenes Produkt bewirbt oder dass sie Frauen im Sport sexualisiert. Damit tut der Spot aktiven Athletinnen, Trainerinnen oder Mitarbeiterinnen bei Teams oder Organisatoren sicherlich keinen Gefallen, die diese Form der Aufmerksamkeit am wenigsten brauchen. Die Kampagne reduziert alle aufgezählten Sportarten auf den Anblick der unbekleideten Protagonistin Sydney Sweeney. Die zugleich Anteile an Novig hält.
Eines kann man dem Spot aber sicherlich nicht vorwerfen: Dass er nicht für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff sorgt. Was wohl beabsichtigt war, schließlich muss die am 1. August gestartete Prognosemarkt-Plattform gegen starke und bereits gut etablierte Mitbewerber wie Kalshi oder Polymarket antreten. Wenn also der Plan war, aus dem Stand für einen gewissen Bekanntheitsgrad zu sorgen, ist er aufgegangen. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, zu welchem Preis. Auch für Sydney Sweeney, deren Image nachhaltig beschädigt werden könnte. Zum zweiten Mal nach der ebenfalls kontrovers beurteilten Kampagne für die Jeans-Marke American Eagle. Es könnte sein, dass die Schauspielerin irgendwann den Bogen überspannt, wenn sie ihre Grenzen immer weiter austestet.
Auch Athletinnen melden sich zu Wort.
Weltweit kritisieren Athletinnen die Sexualisierung des Sports. Darunter die britische Schwimmerin und Läuferin Lucy Davis, die olympische Wasserballerin Tilly Kearns, Profi-Surferin Felicity Palmateer, Schwimmerin Lani Pallister (Olympisches Gold), die zweifache Box-Weltmeisterin Skye Nicholson und die britische Läuferin Amy Hunt, die vor wenigen Wochen in Birmingham vierfache Europameisterin wurde. Nach ihrem 200 m Finale bei den World Athletics Ultimate Championship in Budapest am Wochenende wandte sie sich in einem BBC-Interview direkt an Sweeney: "Sydney Sweeney, this is what women in sport look like. When you’re a woman in sport, it’s not pretty. It’s not glamorous. It’s not sexy all the time, definitely."
Die kanadische Turmspringerin Molly Carlson postete auf Instagram "Young girls deserve to grow up seeing female athletes celebrated for their strength, courage, talent and what their bodies are capable of."
Die kanadische Eiskunstläuferin Madeline Schizas hat ein Video von ihrem Training und ihren Wettbewerben mit dem Kommentar gepostet "Hey Sydney Sweeney, this is what women in sport look like." Ähnlich die Reaktionen der kanadischen Kanutin Sophia Jensen und der US-Turnerin Gracie Kramer.
Die vierfache olympische Goldmedaillen-Gewinnerin Ariarne Titmus (Australien) schrieb “Not only is it a kick in the face to every woman who has dedicated her life to perfecting her craft, but every woman who enjoys sports for what it really is – teamwork, friendship, dedication, excellence, unity. How do we live in a world where monetising a woman’s body and sexualising women’s sport is still a thing?”
Ungeachtet der Kritik hat Novig übrigens nachgelegt. Mit einem unübersehbaren Billboard am New Yorker Times Square. Sydney Sweeney will ja nur spielen.
[Bild: Prediction News/X]
